13.06.10, Stadt Bern: Initiative "Keine gewalttätigen Demonstrationen!"

Darum geht die Debatte


Die Initiative verlangt eine Ergänzung des Reglements über Kundgebungen auf öffentlichem Grund in der Stadt Bern. Aufgenommen werden soll einerseits ein sogenannter Entfernungsartikel, wonach sich Teilnehmende unverzüglich von einer Kundgebung zu entfernen haben, sobald sie von der Polizei darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Kundgebung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung aufgelöst werden muss. Andererseits soll eine Strafbestimmung auf- genommen werden, welche die Widerhandlung gegen den Entfernungsartikel unter Bussandrohung bis zum Höchstmass von Fr. 5 000.00 stellt.

Weitere Informationen:
http://www.bern.ch/stadtrat/sitzungen/termine/2009/09.000162-1

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Bei einer rekordtiefen Stimmbeteiligung von 22.2% machten rund 264 Stimmen den Unterschied.

Quelle: http://www.derbund.ch/bern/264-Stimmen-machten-den-Unterschied/story/29180361
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schon wieder tätlich.Ein paar herauspicken und die sehr hart bestrafen,das hören dann die andern auch.Aber nicht in Hotelzimmer,sondern allein und ohne TV. Da reicht schon 1 Monat plus hohe Geldstrafe.
1 Kommentar
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Was hat dieser Kommentar mit der Initiative zu tun? Das einzig neue bei der Initiative wäre ja, das wohl auch friedliche Demonstrierende gebüsst werden können....
Adrian Durtschi - SP 30. Mai 2010 Verstoss melden
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Den Personen denen es um die Sache geht können eine Initiative machen und sich so einbringen. Demonstrationen sind dagegen höchst dekonstruktiv, hier geht es nicht um die Sache sondern nur um Gewalt und Zerstörung.
Bei einem Verbot werden keine Menschenrechte tangiert, da die Demonstranten ihre Rechte in unser (halb-) direkten Demokratie bereits wahrnehmen können und dies in einer besseren, konstruktiven Weise.
5 Kommentare
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Im Gegenteil, wir brauchen das Demonstrationsrecht. Gerade die verschiedenen demokratischen Mittel ermöglichen eine differenzierte Auseinandersetzung mit Problemen in der Gesellschaft. Ich glaube, dass nur jemand, der sehr previligiert ist solche Zeilen schreiben kann. Das Demonstrationsrecht wird aber auch dann genutzt, wenn es keines gibt. Und gerade da ist es so wertvoll, dass menschen sogar ihr Leben aufs Speil setzten.
Daniela Lutz - Grüne 22. Mai 2010 Verstoss melden
"eine differenzierte Auseinandersetzung": Durch brennende Autos, zerstörte Gebäude, hunderte von Steinen???
Eine Demonstration bringt überhaupt nichts Konstruktives. Wenn die Bevölkerung wirklich ein Zeichen geben will dann stimmt sie z.B.der Minarettintiative mit 57% der Stimmen zu.

"Das Demonstrationsrecht wird aber auch dann genutzt": Dann könnte die Polizei aber schnell durchgreifen und die Demonstration wäre in Kürze beendet.

"Und gerade da ist es so wertvoll, dass menschen sogar ihr Leben aufs Speil setzten." Zum Glück können wir in der Schweiz auch ohne Demonstrationsrecht unsere Meinung sagen und diese sogar durch unsere direkt demokratischen Mittel durchsetzen ohne unser Leben auf das Spiel zu setzen.
Andi B 24. Mai 2010 Verstoss melden
@Andi B: Die Versammlungsfreiheit ist ein Menschenrecht und ein Grundrecht unserer Verfassung. Ob eine Versammlung nun einen festlichen oder einen politischen Charakter hat, geht den freiheitlichen Staat nichts an.
Ich bin sicher, gegen ein Demonstationsverbot würde so lange demonstriert, bis der Staat aufgeben müsste. (Beispiele gibt es in der Geschichte einige.) Von daher kann man den Vorschlag vergessen.
David H - Piraten 24. Mai 2010 Verstoss melden
Eine gelebte Demokratie braucht sowohl die Initiativrechte, wie auch die Versammlungs- und Meinungsfreiheitsrechte. Die Demonstrationen gehören zu den beiden letzgenannten. Demos sind wichtig, um die Meinung mitzuteilen, sie sind wichtig, damit sich gleichberechtigte treffen können, ein Staat ohne Demonstrationen ist ein totalitärer, ein diktatorischer und in so einem möchte ich nicht leben.
Adrian Durtschi - SP 30. Mai 2010 Verstoss melden
Und mit diesem Artikel wird der absoluten Polizeiwillkür (die sich in den letzten Jahren in allen Deutschschweizer Städten ausbreitet) Einhalt geboten. Die Polizei soll Demonstranten schützen und nicht gegen sie vorgehen. Letzteres gibt es an anderen Orten der Welt wie beispielsweise in Moskau. Wo die Polizisten TeilnehmerInnen von friedlichen Demos wie dem CSD niederknüppelt. Wollen wir solche Zustände? Nein!
Dominique Fischer 2. Juni 2010 Verstoss melden
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Auch ich bin gegen Ausschreitungen an Demonstrationen. Allerdings habe ich schon mehrere grosse Kundgebungen mitorganisiert, bei denen nie etwas passiert ist. Deshalb weiss ich auch: Ein Entfernungsartikel löst keine Probleme - im Gegenteil, denn er setzt die Polizei unter Zugzwang. Wird die Initiative angenommen, müssen die Polizisten die Regelung auch anwenden.

Stellen Sie sich also vor, dass die Polizei bei einer grossen Demo mit hauptsächlich friedlichen Demonstranten wegen einer kleinen Gruppe von Gewaltbereiten die ganze Kundgebung mithilfe des Entfernungsartikels auflöst. Das ist willkürlich und verhindert vor allem den Deeskalationsmechanismus unter den Demonstrierenden, der, wenn heikle Situationen auftauchen, meist die einzige Möglichkeit einer Verhinderung von Ausschreitung ist.

Ich bin überzeugt: Damit Demonstrationen nicht eskalieren, braucht es einen guten Dialog zwischen Bewilligungsbehörden und Demo-OrganisatorInnen - das zeigt auch die Erfahrung: Der Antifaschistische Abendspaziergang 2009 war äusserst friedlich und ruhig - dank dem Kontakt zwischen Organisatoren und Stadt.

In diesem Sinne: Nein zur Initiative gegen gewalttätige Demonstranten und JA zu einer verbesserten Zusammenarbeit
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Ich bin auch gegen die kaum praktikable und die Grundrechte zumindest tangierende Initiative.

Allerdings fehlen mir von den Gegner/innen - wie auch in dieser Beurteilung - Ideen, die eigene Ansätze zur Lösung formulieren. Die alten Feindbilder "böse Bürgerlich, liebe Linke" ist überholt und in der Realität darf man sich durchaus auch mal mit den Ansichten anderer befassen. Die Sachbeschädigungen während Demos sind ein Problem, Leute haben Angst vor "Chaoten" und der Umsatz in den Geschäften der Stadt bricht während Demos regelmässig ein.
Ich finde es bedauerlich, dass diese - wenn auch zum Teil subjektiven - Fakten häufig einfach in den Wind geschlagen werden.
Initiativen wie die Diskutierte würden wohl kaum eingereicht, wenn auch von Seiten der Demonstrierenden Lösungsansätze für das Problem der "Chaoten", Demotouristen uns Schabeschädigungen gesucht und formuliert würden. Mit dem Negieren der Probleme schafft man nur neue.
Ich für meinen Teil nehme nur noch selten an Demos teil - zu häufig haben Leute Demos für die eigene Triebbefriedigung missbraucht. Ich kann und will mich nicht mit Sachbeschädigungen und Gewalt in Verbindung bringen - wurde aber immer wieder von Menschen, die ich nicht kenne, quasi dazu gezwungen, weil eine kleine Zahl der Demo ihren Stempel aufdrückte.
Wie gesagt: Ich glaube, dass Initiativen wie "Sicheres Bern" oder "Keine gewalttätigen Demonstranten" nicht eingereicht würden, wenn endlich auch "unsere Seite" die Probleme als solche wahrnimmt, diskutiert und nach möglichen Ansätzen sucht!
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Fürs Erstere hätten wir gar keinen Platz, zudem müssten sich Gerichte mit Strafklagen wegen Menschenrechtsverletzungen bei Bagatellfällen herumschlagen.Der Namensaufruf in den Zeitungen oder Internet verstosst gegen das Persönlichkeitsrecht. Besser wäre, die Strafprozessordnung endlich einmal ändern.Zum Beispiel "Bagatellfälle" wie Sachbeschädigungen oder Angriffe gegen Leib und Leben endlich im Strafregister des Fehlbaren mindestens 5 Jahre "wirken" lassen. Das wissen wohl diejenigen am Besten, die dort einen "Tolggen" vorweisen müssen. Wer mit solchen Behinderungen leben muss, wird sich wohl kein zweites Mal an Gewalttätigkeiten beteiligen.
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Nur so kommen wir an ein Ende.
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Wer strafbare Handlungen begeht bei einer Demonstration oder sonstwo, kann ausreichend durch das Strafgesetz zur Rechenschaft gezogen werden. Friedliche Demonstanten sichern die Demokratie, auch wenn der Grund der Demonstration nicht von allen geteilt wird. Das nennt sich Grundrecht.
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damit der Arbeitgeber auch weiss, wen er angestellt hat. Schäden den Radaubrüdern auferlegen.
2 Kommentare
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Lieber Herr Meier

Unbewilligte Demonstrationen sind schon unbewilligt und die Teilnehmer begehen Landfriedensbruch.

Die Vermummung ist ebenfalls verboten und hat nichts mit der Legalität einer Kundgebung zu tun. Ausserdem kann es gut sein, dass sich "Radaubrüder" in eine ordentliche Demonstration einfügen. Die Organisatoren können da nichts dagegen tun.

Öffentliche Pranger sind mittelalterlich und verstossen gegen die Grundrechte. Grundrechte sind aus gutem Grund unantastbar. Das Recht auf Demonstration gehört dazu.

Ihr Beitrag ist meiner Meinung nach nicht sehr konstruktiv.
Elisa Schlup 18. Mai 2010 Verstoss melden
Sehr geehrter Herr Meier

Meiner Meinung nach sind die von Ihnen vorgeschlagenen Massnahmen nur Symptombekämpfung. Die Ursachen von Gewaltakten an Demos - die ich übrigens stark ablehne - werden mit den vorgeschlagenen Strafen nicht bekämpft.

Sollten wir also nicht lieber Gewaltprävention fördern? Meiner Meinung nach schon.
Oliver Dreyer 29. Mai 2010 Verstoss melden
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